19.12.2008

Mitmachweihnachtsmarkt

Mein Beispiel scheint Schule zu machen. Heute beobachtete ich drei Rapper (also so Kids mit Schritt-in-den-Kniekehlen-Hosen) die Crepes essend einen Pantomimen auf dem Weihnachsmarkt beobachteten.

Dieser wiederum stand auf seiner Kiste und wartete, dass jemand vorbei kam, etwas kleingeld in den Hut vor ihm warf und er daraufhin seine Nummer abziehen konnte. Es kam aber keiner, und so stand er still und schaute auf die Rapper, und die Rapper kauten und schauten auf den Pantomimen.

Als die Rapper fertig waren, gingen sie nicht einfach weg, sondern liefen zu dem Pantomimen hin und stellten sich neben ihn. Genau so, wie er auch stand. Und nun? Ich war neugierig und spendete einen Euro in den Hut. Der Pantomime, froh, sich endlich bewegen zu können, spielte Entrüstung und Verwunderung angesichts seiner neuen Nachbarn. Diese jedoch begannen zu tanzen - und zwar so gut, dass jedes Musikvideo dagegen kalter Kaffee war. Der Pantomime versuchte sich auch in dem Tanz, was aber angesichts der Tatsache, dass er ja auf seiner Kiste bleiben musste, nicht einfach war. Die Jungs verstanden und beschränkten sich nun ihrerseits ebenfalls auf genau eine Gehwegplatte. Binnen einer Minute schafften es alle Beteiligten, ohne Musik (!) absolut syncron zu tanzen. Und weil das so cool aussah, warfen die Leute Geld nach, bevor die Show zu Ende war. Erst nach gut zwanzig Minuten war Schluß, man verabschiedete sich herzlich und pantomimisch überzogen voneinander und die Leute klatschten Applaus. Danach leistete sich auch der Pantomime ein Pause und verspeiste in echt und real auf seiner kleinen Kiste sitzend einen Crepe mit Kirschen und Schokocreme.

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