05.12.2008

Sag' mir, wo die Stimmung ist ...

Soll ich ehrlich sein? Ja? Gut! Dann sage ich es frei heraus. Ich mache mir Sorgen. Große Sorgen sogar. Wir haben gleich den zweiten Advent, und ich alter Weihnachtsfetischist bin noch nicht in Weihnachtsstimmung. Ich habe noch nicht mal Lust, hier mein ganzes Fenstergelichter aufzubauen, dass sich sonst gleich am Montag nach Totensonntag bei mir im Fenster findet.

Ich habe versucht, in Weihnachtsstimmung zu kommen. Ich war in mehreren Modellbahnfachgeschäften, habe Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt getrunken und Crepes gegessen. Ich habe sogar - wohl unter dem Einfluß des Glühweins - mit einem Straßenmusikanten zusammen "So viel Heimlichkeit in der Weihnachtszeit" intoniert - und der Musikant zwang mir meinen Anteil am in der Zeit in seinen Geigenkasten gelandeten Geld regelrecht auf: "Haste dir fahdiehnt, hat nich jeda so 'ne Stimme!", so dass ich meinen Glühwein wieder rein hatte (Nebenbei: wieso spielt ein berliner Straßenmusikant ausgerechnet in Würzburg?!). Trotzdem, weihnachtlich ist mir nicht zu Mute.

Als ich Hannah davon erzähle, lacht sie laut bei der Vorstellung, wie ich auf der Straße singe und tröstet mich, als sie hört, dass auch das nicht gehölfen hat. "Du Armer!" sagt sie, geht zum Kühlschrank und holt eine 1l-Packung Eis und zwei Löffel. Auf dem Rückweg schiebt sie UB40 in den CD-Player und setzt sich auf meinen Schoß. "Keine Sorge - ich bring dich in Stimmung. Muss ja nicht unbedingt weihnachtlich sein ...". Da hat sie nun auch wieder recht.

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