27.10.2008

Kopistinnen [Update]

Frauen haben einfach keinen Stil. Das ist keine absolute Aussage, aber eine statistische. Wie sonst ist es zu erklären, dass es hunderttausende Frauenzeitschriften gibt, die den Damen der Schöpfung haarklein erklären, wie sie all die Nichtigkeiten ihres einfallslosen Lebens stylen und dekorieren sollen und müssen?! Wie kommt es, dass es tausende von Köchinnen, Designerinnen, Regisseurinnen usw. gibt, die wirklich großen kreativen Köpfe aber fast alle männlich sind?!

Und so kommt es, dass zumindest die Frauen, die ein (und nur ein) Magazin mit einem männlichen Chefredakteur lesen, durch konsequentes Kopieren zumindest den Anschein wahren können, Stil und Geschmack zu haben. All die anderen zeichnen sich durch einen haarsträubenden Mix von Kleidungs-, Dekorations- und Stilrichtungen aus, die sie nach der Methode "Viel hilft viel" aus unterschiedlichsten Ecken zusammengetragen haben.

Kategorie zwei ist an ihrem kunterbunten Auftreten sofort zu erkennen, bei Kategorie eins hingegen läuft Mann jedoch immer wieder dem Glauben auf, dass diese eine Frau da gerade eben mal wirklich Stil hat. Woran man dann Kategorie ein entlarven kann? Ganz einfach - im Zickenkrieg!

Es gibt nämlich nicht ein Magazin, in dem beschrieben wird, wie man sich stilvoll streitet - nicht mal für Männer. Die haben das aber auch nicht nötig. Entweder man diskutiert ein Problem aus - oder man geht eben mal kurz vor die Tür. In beiden Fällen ist das Problem danach aus der Welt und vergessen.

Nicht so bei Frauen. Diese sind in der Diskussion für keinerlei Argumente offen. Ich habe es sogar schon erlebt, dass Frauen über zwanzig Minuten erklärten, dass sie gar keine Zeit hätten, sich das Argument ihres Partners anzuhören, bis ihnen der Moderator schlichtweg den Mund verbat und das Mikro zudrehte, damit der Gescholtene in knapp zehn Sekunden ein Statement zum Fall vorbringen konnte, dass absolut nicht zu widerlegen war. Beliebt ist auch, einfach das Gegenüber der Lüge zu bezichtigen, um dann absolut hahnebüchene und von sich aus schon nicht haltbare Konstrukte als eine Wahrheit zu postulieren, die so unumstößlich ist, dass man sie eigentlich nur noch durch eine Tautologie "beweisen" kann. Schließlich und leider nicht letztendlich letztendlich ist es auch sehr beliebt, das Gegenüber völlig zusammenhangslos lächerlich zu machen - hier werden oft urplötzlich Komplexe sexueller Natur ins Feld geführt, obwohl gerade eben noch über klassische und alternative Energien diskutiert wurde (würde man als Mann hier in die Zickenargumentation einsteigen, könnte man natürlich vortrefflich mit dem "Gegenargument" kontern, dass die Komplexe der Frauen und ihr Kompensationsbedürfniss ja noch viel größer sein müssten, weil sie ja schlichtweg gar nichts ... ).
Aber es kommt noch schlimmer: Probleme, bei denen man sich längst auf eine Lösung geeinigt hatte, von denen Mann dachte, dass sie längst aus der Welt wären, werden immer und immer wieder zu den unpassendsten Momenten hervorgekramt und auf's neue nicht diskutiert.

Kurz: Frauen haben keinen Stil - sie können das zwar in einer gewissen Weise durch Kopieren verbergen, kommt es aber zu einer Meinungsverschiedenheit, landen sie alle und unausweichlich im Zickenkrieg inklusive der "die da hat angefangen, die da ist doof" Argumentation mit ausgeprägtem Prangerwunsch. Jemanden wirklich mit Stil fertig zu machen, und sei es im Notfall in einem fairen Boxkampf (ja, von mir aus darf es auch Schach sein), das haben die Damen nicht drauf.

Und der Mann? Sollte tunlichst aufpassen, dass er nicht zwischen die Fronten gerät. Und wenn es doch passiert? Wenn die unvermeidliche und für jede Beziehung tödliche Frage auftaucht "Auf wessen Seite stehst Du eigentlich?" Nun, es ist ja nicht so, dass man nicht auch mit zwei Frauen im Ring fertig werden würde (wobei die dann vermutlich - stillos - kratzen und beissen würden), nur Mann schlägt Frauen nicht! Und so bleibt einem nur, sich still zurückzuziehen, die neu gewonnene Freiheit und den Frieden der eigenen vier Wände zu geniessen und die Furien einander selbst zu überlassen - sie hassen einen ohnehin schon und ihre viel beschworene Liebe ist nichts als reines Macht- und Besitzdenken.

PS.: Und nur um einigen missgünstigen schadenfrohen Weibern gleich wieder den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, ich haben mich nicht mit Hannah verkracht, sondern werde mich jetzt wie jeden Abend in die Arme meiner liebenden Frau begeben, um wenigstens ein wenig Ruhe und Schlaf zu finden.

[Update] Michael hat mich auf einen wichtigen Umstand hingewiesen, den ich zwar bedacht, jedoch oben nicht erwähnt hatte, weil es mir eher um das Kopieren von Verhalten als um das Verhalten selbst ging. Michael meinte aber, ohne zumindest auf diesen Fakt hinzuweisen, werde ein wichtiges Element weiblicher Streit(un)kultur einfach ausgeblendet. Worum geht es?

Nun, Frauen sind absolut nicht in der Lage, in einem Disput zwischen dem strittigen Problem an sich und ihrem Kontrahenten zu unterscheiden. Das Gegenüber ist das Problem und gehört niedergemacht, vernichtet. Um mal bei unserem obigen Umweltbeispiel zu bleiben: Da hatte der Mann einen Super-Trooper Regenerativ-Ökostrom-Vertrag aus garantiert genfreiem Anbau abgeschlossen und war mit einem Elektroroller zum Streitgespräch gefahren (ökologischer geht es nun wirklich nicht mehr), machte aber den Fehler, dies nicht mit einem handgestrikten naturbelassenen Wollpulli zu belegen, sondern kam mit Schlips und Krawatte. Und da er dann noch die These vertrat, dass es im Moment einfach noch nicht möglich sei, fossile Energiequellen zu 100% zu ersetzen, weder aus wirtschaftlicher noch aus technischer Sicht, handelte er sich den Vorwurf ein, dass es genau solchen kapitalistischen Klimaschweine wie er seien, die den Energiewechsel verhindern würden. Auf seine Frage hin, ob sie denn vielleicht erklären könne, wie man z.B. ein Flugzeug von der Größe einer Boing 747 antreiben könne, wenn man kein Kerosin nehmen wolle, meinte sie dann nur schnippisch, das wisse er doch selbst ganz genau. Tja, da kann man eigentlich nur noch schulterzuckend die Diskusion beenden, oder?

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