17.10.2008
Nostalgie
Ian Christ / 15:02 /
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Wählscheibentelefone zum Beispiel. Leider funktionieren die schon lange nicht mehr und eine Telefonnummer ist in etwa so exotisch wie eine IP. Wenn ich meinen Onkel Rolf anrufen will, dann suche ich im Telefon Onkel Rolf raus. Seine Telefonnummer? Weiss ich nicht! Mal abgesehen von aller Bequemlichkeit ist das auch nicht gut für das Gehirn. Das "verfettet" genau so wie der Bauch, wenn man es und ihn nicht trainiert.
Eine andere von mir gehegte und geliebte Nostalgieinsel ist mein Sparbuch. Meine Bank versucht mich mit immer geringern Zinsen dazu zu zwingen, es endlich aufzugeben und stattdessen ein Tagesgeldkonto anzulegen. Ich räche mich, in dem ich kaum Geld auf dem Sparbuch habe und einmal im Jahr damit in meiner Filiale vorspreche, um knapp 50 Cent an Zinsen eintragen zu lassen. Allein die hilflose Show des Bankangestellten, der mit dem Sparbuch nichts anzufangen weiss (vermutlich ist mein Sparbuch älter als er), ist es wert, das Sparbuch nicht aufzugeben.
Und dann nutze ich mein Sparbuch noch für eine kleine Macke, die ich "Kredit an mich selbst" nenne. Wenn ich mal einen kleinen besonderen Wunsch habe (ein neues Handy zum Beispiel - vielleicht mit Wählscheibe), dann nehme ich einfach Geld vom Sparbuch dafür und mache mit mir aus, dass ich das Geld zu einem wahren Horrorzinssatz über 12 Monate an mich selbst zurück zahle. So habe ich nach einem Jahr a) immernoch meinen Wunsch erfüllt und b) mehr Geld auf dem Sparbuch als vorher. Und dann gibt's ja vielleicht auch mal 55 Cent Zinsen - viel weiter lassen die sich nämlich nicht mehr runterschrauben.
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