04.07.2008
Stammtischspritpreispolitik
Ian Christ / 23:25 /
Philosoph / Link / Keine Kommentare / Keine Trackbacks
Würzburg ist nämlich eine kreisfreie Stadt - mit dem Landkreis Würzburg drum herum. Somit kann man schon an den Autokennzeichen recht gut erkennen, wie weit einer gerade fährt. Doppelbuchstabe hinterm WÜ ist gleich Stadt, einfacher Buchstabe ist gleich Landkreis. Und wenn ich dann sehe, wie viele Leute mit Doppelbuchstabe rauchend alleine im Auto mit laufendem Motor in der Schlange vor den nächsten Ampel stehen, bin ich kurz davor zu sagen: "Liebe Mineralölkonzerne, 2,10 Euro sind drin! Das zahlen die!".
Das Thema wurde natürlich auch bei unserem Autostammtisch heute Abend angesprochen (neben Scheibenbremsen im Trabi). Wobei Christian und ich da eine sehr extreme These vertraten: Wenn den Deutschen der Sprit wirklich zu teuer ist, dann sollten sie - am besten gleichzeitig - wirklich mal einen Monat ganz konsequent kein Auto fahren. Statt dessen könnte man den Bus benutzen, einen Kumpel, der in der Nähe des Arbeitsplatzes wohnt, fragen, ob man bei ihm schlafen darf (und ihm das gesparte Spritgeld in die Hauskasse stiften) oder einfach vier Wochen Urlaub auf Balkonien machen und das heimische Kulturangebot (zu Fuß) erkunden. So funktioniert der Markt - ein Produkt, bei dem einem das Preis-Leistungsverhältnis nicht stimmt, kauft man nicht! Und ein nicht gefahrener Kilometer ist ein nicht gefahrener Kilometer - den holt man später auch nicht mehr nach! Das Geld bleibt in der eigenen Tasche und wandert nicht nur vier Wochen später als sonst an die Tanke.
Michael lacht gequält auf: "Ja, dann macht das mal!". Machen wir schon seit Jahren: Christian hat seine Pappe nur für 3 Monate im Jahr zugelassen (d.h. 9 Monate geht kein Cent an der Tankstelle drauf) und ich hatte im letzten Jahr gerade mal 2500km mehr auf der Bulli-Uhr (wobei davon etwas über 1000km Christians Urlaubsrunde ist und der Bulli auch ohne Abmeldung den ganzen Winter über stand).
"Und," frage ich Michael, "bei welchem Spritpreis lässt Du den Smart stehen?". Er rechnet etwas rum, 250 Euro würde er pro Monat maximal für Benzin ausgeben - sagt er. Bei sagen wir mal 20km pro Tag (da ist dann aber auch der eine oder andere Ausflug mit drin) sind das etwa 400km pro Monat, macht bei einem Verbrauch von 9l auf 100km (Stadtverkehr, kalter Motor) 36l pro Monat - 250 Euro geteilt durch 36l sind fast sieben Euro pro Liter! Tja - da ist dann wohl noch etwas Luft nach oben bei den Preisen was das Betreiben des deutschen Lieblingsspielzeugs angeht. Andererseits: 3000,- Euro alleine für Benzin pro Jahr? Dafür bekommt Christian vier mal Scheibenbremsen in den Trabi eingebaut!
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