04.05.2008
Obst die zweite
Ian Christ / 10:38 /
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Klar gehe ich mit, und so hatten wir einen lustigen Abend. Auch bezüglich meines letzten Eintrags redeten wir ein bisschen. Olaf meinte: "Das Clearing für die Fonts lässt sich sicherlich abstellen. Ich vermute eher, dass es schon ausgeschaltet ist und das MacOS dann hinterher nochmal drüberrendert, um so seine tolle grafische Oberfläche auf den Schirm zu bekommen. Und je nach Grafikkarte und Bildschirm sieht das dann entweder toll oder aber nicht so toll aus. Ist bei Vista ähnlich, da kannst Du auch alles abschalten, solange du die Aero-Oberfläche fährst, wir geglättet. Wie willst Du da auch sonst diese milchige Transparenz reinrechnen?". Tja - und jetzt haben wir weit und breit keinen Mac, um das mal zu testen.
Doch Olaf sprach noch weiter: "Was mich am Anfang viel mehr in den Wahnsinn trieb, war das Verhalten der Fensterbuttons - von wegen minimieren, maximieren und so. Ich dachte rot ist schliessen, gelb ist minimieren und grün ist maximieren. Is' aber nich'! Das ist bei jedem Programm anders! Teilweise hab ich Fenster geschlossen, so dass zur Anwendung kein Fenster mehr offen war - die Anwendung lief aber weiter! Macht Sinn bei einem MP3-Player, aber nicht bei der Systemsteuerung, oder? Oder ich hab mit Mühe eine Webseite so getrimmt, dass sie im Vollbild nach was aussieht, und trotz grünem Maximierenknopf zieht sie mir der Safari nur halb auf und ich durfte das Fenster dann von Hand breit ziehen!". Er nahm einen grossen und bedeutungsschwangeren Schluck aus seinem Glas. "Weisst du, was des Rätsels Lösung ist? Ich will's dir sagen! Du darfst als MacOS-Entwickler selber festlegen, was die drei Knöpfe in deinen Programmen machen dürfen! Und je nach Gusto des Programmierers verhält sich das Programm dann konservativ oder eher exotisch...".
Ich war beeindruckt. Olaf, der sich meiner Meinung nach eher einen Windows-Server zur Workstation umstrickt und eine BSD-Installation laufen hat, weil ihm ein Linux zu gewöhnlich ist, kennt sich mit Macs aus?! "He, ich bin Admin, ich muss alles können!" grinste er. "Und ich hab' dir was mitgebracht...", er holte eine Neoprenhülle aus seinem Rucksack. "Am Mittwoch brauche ich es wieder, User ist für dich eingerichtet, spiel halt mal damit rum. Ach und... Ich hab dir einen Link auf den Desktop gelegt, da kannst du genau nachlesen, wie sich das Apple mit der MacOS-Philosophie gedacht hat. Viel Spass!".
Tja, in der Hülle war ein MacBook in schwarz (hm, schon wieder so gar nicht Mac-like, aber Olaf-typisch anders als die anderen) samt MacOSX Leopard und Parallels. Und damit spiele ich jetzt rum. Die Zeichenglättung stört hier nicht so sehr wie beim grossen Bildschirm (sie stört mich aber immer noch), und sein Safari merkt sich die Fenstergröße. Einmal von Hand grossgezogen, ist ein Maximieren beim nächsten Mal wirklich ein Maximieren. Und der Link auf dem Desktop ist wirklich in weiten Bereichend erhellend - wenn ich auch bezweifle, dass sich da auch nur irgend ein Normaluser durcharbeitet. Aber die haben sich ja schon immer als unglaublich still-leidensfähig bewiesen.
Hie noch der Link für andere, die sich für die MacOS-Philosophie interessieren:
Apple Human Interface Guidelines
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Kommentare 
tobi / 05.05.2008, 00:56 / Link
... Ihr habt Probleme ... *Kopfschüttel*
Ian Christ / 05.05.2008, 19:46 / Link
Ich versteh ja auch nicht, warum ich eine Brille aufsetze, um alles scharf zu sehen, und die Apfeljungs machen dann alles wieder unscharf... Und um ein Computersystem effektiv (und ohne langsam aufkommende Aggressionen) bedienen zu können, sollte man sich meiner Meinung nach mal mit der Philosophe des Systems auseinandersetzen. Wobei ich nach wie vor der Meinung bin, MacOS hat mich mal fasziniert, weil es so einfach und intuitiv zu bedienen war. Und davon merke ich gerade bei MacOSX und mir gar nix. Vielleicht gehen aber auch meine Intuitionen gerade in eine völlig andere Richtung. Fakt ist, für OS9 hab ich nie ein Buch gebraucht, für OSX habe ich gerade einen 250-Seiten-Wälzer bestellt (Für Ein- und Umsteiger - In dem Umfang kann man eine Programmiersprache vermitteln!). Aber Du siehst, ich mecker nicht einfach rum - ich will es wissen. Und wenn ich es danach immer noch Mist finde, dann weiss ich wenigstens, warum!

