26.02.2008
TemplaVoila-Lotto
Ian Christ / 23:22 /
Techniker / Link / 5 Kommentare / Keine Trackbacks
Leider scheiterte ich schon beim "Mapping" - also der Zuordnung der DIV-Container zum Inhalt. Sechs Container, sechsmal Inhalt (also 3x Navigation, 1x Suche, 1xInhalt und 1x News) - kann ja so schlimm nicht sein. Ersten Container gemappt, grünes Häkchen, alles OK. Zweiten Container gemappt, grünes Häkchen, immernoch alles OK. Dritten Container gemappt, grünes Häkchen, alles OK. Äh, nein! Plötzlich hatte der zweite Container ein gelbes Ausrufezeichen: "No content found!".
Klasse! Also mappte ich ihn neu - grünes Häkchen. Dafür hatte nun der dritte ein gelbes Ausrufezeichen. Argh! Spasseshalber mappte ich stur auch noch die Container vier bis sechs und baute mir so eine kleine Lichterorgel. Nach jedem Refresh wurden andere Container mit einem "No content found!" bedacht, wenn ich Glück hatte, waren auch mal alle grün. Man hätte Lotto spielen können oder anderweitig Wetten darauf annehmen können, welcher Container ein OK bekam und welcher nicht. Ich stellte die Regel auf "Sind alle grün, gewinnt die Bank, also ich!".
Ist was bei der Installation schief gelaufen? Hat das TemplaVoila seine Datenbanktabellen nicht gefunden. Ich installierte neu, machte DB-Updates, nix half und ich hielt mich für zu doof für solch ausgeklügelte CMS-Teile.
OK, sagte ich mir, deswegen bin ich Lektor und nicht Admin geworden - ich wollte aber trotzdem wissen, wie es geht bzw. warum es nicht geht. Was mich dazu brachte, den Profi Olaf zum Mittagessen beim Chinesen einzuladen. Während er also auf sauer-scharfen Ententeilchen herumknusperte, schilderte ich ihm mein Problem.
Er grinste: "Hast du das auf deinem Notebook laufen, oder spielst du auf deiner VM auf dem Verlagsserver?" Ich spiele meistens auf der VM (Virtuelle Maschine, ein "theoretischer" Computer im Computer - man kann ihn wie ein Datei kopieren, und wenn man was kaputt macht, arbeitet man einfach mit einer noch funktionierenden Kopie weiter). "Auf deinem Notebook läuft es jede Wette!" Hä? Wieso? Wo ist denn da der Unterschied? Die VM ist emuliert absolute Standardhardware, mein Notebook ist mit Sicherheit exotischer.
Olaf löschte den Brand, den einige Chillistückchen gerade in seinem Mund entfacht hatten, professonell mit einigen Happen Reis. "Aber die VM ist schneller! Zu schnell!", erklärt er, "Ich hatte das Problem vor längerer Zeit auch Mal und hab mich dumm und dämlich nach der Lösung gesucht - irgendwas in dem TemplaVoila-Zeugs braucht einen eindeutigen Bezeichner, und den gewinnt das Dings irgendwie per Hash aus der Zeit. Wenn du mehrere CPUs hast - so erklär ich mir den Effekt - kannst du für mehrere Elemente gleichzeitig diesen Bezeichner erstellen. Triffst du dabei mit mehreren CPUs aber den absolut gleichen Zeitpunkt, bekommst du auch mehrmals den gleichen Bezeichner. Und schon weiss das TemplaVoila nicht mehr, welcher Container welcher ist. Ich hab in meinem Zettelkasten ein paar Links, wie das zu lösen ist." Sprachs und schob das letzte Stück Ente in den Mund.
Tja, und damit ich das nächste Mal nicht wiede an mir zweifele, gibt's hier Olafs Links für meinen Zettelkasten, äh, mein Blog:
http://bugs.typo3.org/view.php?id=6305
http://bugs.typo3.org/view.php?id=7086
http://bugs.typo3.org/view.php?id=7644
Der letzte Link setzt auf eine "uniqid"-Lösung, was mir am sichersten zur zukünftigen Vermeidung von Duplikaten erschien. Jetzt klappts auch mit den Containern.
Trackbacks
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Kommentare 
Waldi / 27.02.2008, 10:24 / Link
Bei welchem Verlag arbeitest Du eigentlich als Lektor? Du schreibst sehr viel über administrative Tätigkeiten und einfach nichts über Deine Tätigkeit als Lektor. Oder ist es ein Fachverlag für Computerbücher – und Du probierst einfach zu Hause aus was Du auf Arbeit in den Büchern gelesen hast!?
Dies würde natürlich auch erklären warum Du trotz des geschärften Blickes eines Lektors immer mal wieder kleine Buchstabendreher a la »Mit ging das heute so mit meinem ersten TemplaVoila-Versuch …« Du setzt da mehr den fachlichen Fokus … oder?
Ian Christ / 27.02.2008, 22:29 / Link
Tja, zum einen steht in meinem Arbeitsvertrag was von Schweigepflicht bezüglich betrieblicher Interna - also kann ich hier im Blog nicht all zu viel dazu schreiben, was ich als Lektor mache. Aber im Ernst, manchmal ist mein Job eine ziemliche Korinthenkackerei - nicht immer ist die Interpunktion so einfach wie bei einem satzwertigen Infinitiv. Und ich habe schon oft erlebt, dass nach "erfolgreicher" Lektorenarbeit Stimmung und Charakter eines Textes völlig hinüber waren. Fazit: Ich lese Korrektur (das gehört zu meiner Arbeit und da muss ich das machen) und achte darauf, das jemand, der am Montag stirbt nicht am Mittwoch darauf noch aktiv und direkt in die Handlung eingreift - der Rest ist Sache des Autors.
Da wir aber ein sehr kleiner Verlag sind, überschneiden sich glücklicherweise die Aufgabenbereiche. Wer also so wie ich ein wenig Informatik nebenher studiert hat, ist damit natürlich prädestiniert dafür, den Admin in dessen Abwesenheitsfall zu vertreten. Und ich mag die EDV auch deshalb, weil man sich da nicht um ein einzelnes Komma zanken muss. Hier ist die Welt einfach, mit Komma funktioniert der Code, ohne Komma nicht. Und mein Chef ist auch nicht böse, wenn ich nach einer arbeitsintensiven Zeit (mit wenig Blogeinträgen) mal nachspiele, was der echte Admin so treibt. Und da ich kein Fan von ewigen Bookmarklisten bin (auch wenn ich die habe und die immer online abgeglichen und länger werden), pack' ich halt Links und Stories zum Thema hier ins Blog, weil ich das nicht täglich mache und schnell wieder vergesse, wie ich dies oder das mal gelöst habe.
Noch was zu den Buchstabendrehern (r statt t oder t statt r kommt oft vor, vielleicht ist mein linker Zeigefinnger krumm?) - das ist das Phänomen, das mir letztendlich meine Existenz sichert. Irgendwie ist man als Autor betriebsblind für die eigenen Texte. Und wenn ich ehrlich bin (ich sagte es glaube ich auch schon mal), dann lese ich das, was ich geschrieben habe, nicht noch einmal Korrektur. Und so kommen die Dreher, Fehler etc. in die Einträge - und bleiben lange stehen.
Waldi / 05.03.2008, 14:24 / Link
Erlaubt es die betriebliche Interna zu erfahren, welche Interessengebiete sich der Verlag zum Steckenpferd gemacht hat!?
tobi / 07.03.2008, 08:52 / Link
... also das würde mich auch interessieren!
Ian Christ / 07.03.2008, 10:57 / Link
Steckenpferd?! Die Arbeit ist schon ein bisschen mehr als Hobby. Das Verlagsprogramm liegt im Bereich "Technische Philosophie / Philosophie der Technik" - sage ich jetzt mal. Das bedeutet, dass wir von einer guten Science-Fictiongeschichte bis hin zu einer wissenschaftlichen Arbeit a la "Das goldene Kalb 2.0 - Technologie als Gottes-Ersatz" allem gegenüber offen sind, was die Rolle der Technik in unserem Leben wie auch immer hinterfragt und/oder durchleuchtet.
Wie wir drauf sind, zeigt vielleicht auch die Tatsache, dass auf dem Schreibtisch meines Chefs ein kleines Acryl-Hologramm von Tasha Yar steht - man konsumiere die "Star Trek: The Next Generation"-Folgen "The Naked Now"(dt. "Gedankengift") sowie "The Measure of a Man" (dt. "Wem gehört Data?", um die Bedeutung dieses Hologrammes zu erfassen.

