05.11.2007

Frauen im Supermarkt

Gut, ich dachte, ich kann mir diesen Eintrag sparen, aber heute bin ich drei Mal in Folge im Supermarkt von Frauen ausgebremst worden. Ich meine das Einkaufswagen grundsätzlich mittig im Gang geparkt werden, oder aber wenn sie schon am Rand stehen, dann prinzipiell auf gleicher Höhe gegenüber im Regal nach was weiss ich auch immer geforscht wird, so dass wirklich keiner vorbei kann, das ist man(n) ja gewöhnt.

Aber irgendwie erwische ich dann immer noch die Frauen im Supermarkt, die der Meinung sind, mein Frauenbild völlig ruinieren zu müssen. Im Fall 1 die Verkäuferin selbst:

Verkäuferin: 2,99!
Kundin: Das ist im Angebot und mit 2,29 angeschrieben.
Verkäuferin: In der Kasse sind aber 2,99.
Kundin: Warum?
Verkäuferin (hält das Päckchen in die Luft und schreit): ELVIRA!
Elvira (aus den Tiefen des Supermarkts): 2,29!
Verkäuferin (hilflos blickend): Was mach ich denn jetzt? (wieder schreiend und das Päckchen in die Luft haltend) MARION!
Marion (zwei Kassen weiter): Ich hab das vorhin auch für 2,29 gehabt!
(Die Verkäufern stöhnt, steht auf, verschwindet im Laden und kommt nach einigen Minuten mit dem Heft der aktuellen Sonderangebote zurück. Sie blättert es hektisch durch)
Kundin (schlägt mit der Hand in das Heft, weil die Verkäuferin fast die Seite übersehen hätte): Sehen sie? Da! 2,29!
Die Verkäuferin zerknüllt den Prospekt, stopft ihn irgendwo unter die Kasse und greift zum Telefon.
Stimme der Verkäuferin im ganzen Supermarkt: 47 bitte 28, 47 bitte 28!
Nach einer Minute kommt ein Mann mit weissem Kittel und Krawatte um die Ecke gesaust. Die Verkäuferin hält ihm wortlos das Päckchen hin.
Mann: Was ist damit?
Verkäuferin: Was kostet das?
Mann: 2,29 - ist im Angebot.
Verkäuferin: Das geht nicht!
Mann: Wieso?
Verkäuferin: Die Kasse sagt 2,99!
Mann: Dann stornieren sie es doch und probieren sie es nochmal!
Verkäuferin (tippt): Sehen sie, 2,99!
Mann: Ja dann geben sie halt von Hand den Nachlass von 70 Cent! (Er schüttelt den Kopf und verschwindet)
Verkäuferin (tippt wieder): 2,29!

Gerade in einer kurzen Mittagspause ist sowas nicht so toll.

Dann hatte ich heute natürlich meinen "Montags für die Woche" Einkauf. Wieder stehe ich an der Kasse, vor mir zwei Frauen, die das tun, was man(n) von ihnen erwartet und von ihnen gewöhnt ist - schnattern, schnattern und nochmal schnattern. Wer mit wem was hat, warum was zu wem nicht passt und wer sich schon seit Ewigkeiten ... bla. Als alle Waren uber den Scanner gezogen sind und die eine bereits den Geldbeutel in der Hand hat ruft die andere: "Warte! Ich hab was vergessen ..." drängelt sich die ganze Kassengasse zurück und verschwindet für gut fünf Minuten zwischen den Regalen. Prima!

Last but not least hatte ich natürlich (ganz ohne Gequassel) auch was vergessen - die Wiener Würstchen nämlich. Ich hab also erstmal mein Auto vollgeladen und bin dann nocheinmal zurück in den Laden gegangen. Die Schlange war lang, und so hatte ich genügend Zeit, die 4,28 Euro, die die Würstchen kosten sollten, abzuzählen. Vor mir stand eine Dame, vielleicht so um die vierzig, die beständig ihre Sachen im Wagen umsortierte. Als sie an der Kasse war, und die Artikel hinten in das Fach zum Einpacken rutschten, räumte sie diese aber nicht wieder in den Wagen, sondern sie liess sich die Dinge zu einem großen Berg zusammenschieben. "16,83" sagte die Verkäuferin, die Frau hielt ihr freudestrahlend zwei Fünf-Euroscheine hin. In der Erwartung, dass da noch mehr komme, nahm die Verkäuferin die Scheine schon mal entgegen. Aber es kam nichts mehr. Die Verkäuferin sagte daraufhin: "Da fehlen noch 6,83...". Die Frau begann in ihrem Täschchen zu wühlen, aber schon rein akkustisch war klar, dass es sich bei dem leisen Geklimper niemals um knapp sieben Euro handeln konnte. Ich fragte mich einerseits, warum immer ich solche Leute an der Kasse erwische, und versuchte andererseits bei der Frau Anzeichen für eine eventuell vorhandene Behinderung zu suchen. Ich fand nix. Als sie aber ihre Handtasche öffnete und daraus jede Menge dieser kleinen Beutelchen, wie sie in der Obst- und Gemüseabteilung zu finden sind, hervorquollen, war mir klar, dass sich die Szene nicht ganz im Bereich des Normalen abspielte. In einem der Tütchen fand sich dann auch ein Zwanzig-Euroschein, neu und wie gebügelt. Es konnte weitergehen. Ich bezahlte meine Würstchen auf den Cent genau passend (wenn schon Dachschaden, dann bitte richtig!) und bemerkte beim nach draussen gehen noch im Augenwinkel, wie sich die Frau anschickte, jeden einzelnen Artikel, den sie gekauft hatte in eines der Tütchen zu verpacken. Gebrauchte Tütchen! Also ich hätte zumindest frische von der Rolle genommen!

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