30.11.2007

Im Bus aufgeschnappt

"... frage ich mich, wie kann es sein, dass ein Wesen, das individuell betrachtet immer wieder als logisch und rationell handelnd eingestuft wird - und das in vielen Modelen wie z.B. als homo oeconomicus bei den Wirtschaftswissenschaftlern - in großen Massen auftretend nach einfachsten Mechanismen funktioniert, die seinen sicheren Untergang bedeuten ..."

Frage ich mich: Hat er das auswendig gelernt oder fällt dem tatsächlich so eine Wortschraube im Bus ein?!

28.11.2007

Alte Bekannte

Manchmal stehen plötzlich Menschen vor einem, die man wirklich noch nie in seinem Leben gesehen hat. Und trotzdem kommen sie einem so vertraut vor, als ob man sie schon seit dem Sandkasten kennen würde. Ich weiss dann immer gar nicht was ich sagen soll.

26.11.2007

Schatten der Vergangenheit

An einem kalten, regnerischen Novembermorgen steht Hannah mit hochgezogenen Schultern, bis zur Nasenspitze eingewickelt in einem Schal auf dem Bürgersteig und betrachtet mit zur Seite geneigtem Kopf das Gebäude gegenüber auf der anderen Straßenseite. Ihre Augen sind zusammengezogen, so dass von deren strahlendem Blau nur noch ein gelegentliches Blitzen wahrzunehmen ist. Erst nach langer Zeit sagt sie leise "Schade!" dreht sich um und läuft schnellen Schritts weiter in Richtung Park.

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18.11.2007

Klang-Voodoo



Ich hatte ja schon vor einiger Zeit geschrieben, dass ich mir neue Lautsprecher bauen wollte. Das hatte ich dann auch getan, doch leider entsprach das Ergebnis rein vom Klang her nicht meinen Erwartungen. Der Bass war irre, den angedachten Subwoofer konnte ich sofort in die letzte Ecke meines Gehirns verbannen, aber Mitten und Höhen hatten ein bisschen was von "zugezogenem Vorhang". Nicht gerade dicker Samt, aber schon eine ordentliche Übergardine.

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16.11.2007

Zweierlei Mass

Bringe ich einen Brief zur Post, der auch nur ein My dicker ist als der Portobemessungsschablonenschlitz, werde ich ohne weiteren Kraft- und Quetschauffwand in die nächst höhere Portoklasse gebucht. Kommt aber ein Brief bei mit zu Hause an, der deutlich grösser ist als mein Briefkastenschlitz, dann wird da geknickt und gequetscht, bis die Sendung derart verkeilt ist, dass sie der Empfänger nicht mal mehr ohne Werkzeug zur Entsorgung (weil ja nun kaputt) aus dem Kasten befreien kann.

He, wer einen Mindestlohn erwartet, der sollte auch ein Mindestmass an sozialer (wenn der Brief nur ein kleines bisschen an der Schablone schleift, kann man das als "Passt noch!" werten) und logischer Intelligenz (ist der Brief doppelt so dick wie der Briefkasteneinwurf, dann passt das NICHT!) aufweisen. Andernfalls halte ich Dumpinglohn für Dumpingleistung für durchaus gerechtfertigt.

13.11.2007

Navimensch

Waren bis vor einigen Jahren hochtechnisierte Geräte noch einem speziellen, gut ausgebildetem Benutzerkreis vorbehalten, so nehemen sie heute mehr und mehr Raum im normalen Leben ein und beeinflussen unser alltägliches Verhalten doch massgeblich:

Ältere Dame: Ach entschuldigen sie bitte, können sie mir vielleicht sagen, wie ich zum Bahnhof komme?

Herr (etwa mitte dreissig, ins Leere lickend abgehackt und sehr monoton sprechend): An der zweiten Kreuzung links abbiegen! Gleich danach scharf rechts abbiegen. Folgen sie dem Strassenverlauf für 200 Meter. Sie haben ihr Ziel erreicht!

Ältere Dame (glücklich und ohne ein Anzeichen irgendwelcher Verwunderung): Oh, vielen Dank, sie haben mir sehr geholfen!

11.11.2007

Alles an seinem Platz

Ich bin fest davon überzeugt, dass alles und jeder seinen für ihn bestimmten Platz hat. Nicht immer und auch nicht fest, aber ich denke, der größtmögliche Zustand von Harmonie ist nur durch diese "perfekte" Ordnung zu erreichen.

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05.11.2007

Frauen im Supermarkt

Gut, ich dachte, ich kann mir diesen Eintrag sparen, aber heute bin ich drei Mal in Folge im Supermarkt von Frauen ausgebremst worden. Ich meine das Einkaufswagen grundsätzlich mittig im Gang geparkt werden, oder aber wenn sie schon am Rand stehen, dann prinzipiell auf gleicher Höhe gegenüber im Regal nach was weiss ich auch immer geforscht wird, so dass wirklich keiner vorbei kann, das ist man(n) ja gewöhnt.

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Voll verstrahlt

Gerade sass ich in der Strassenbahn, als mein Handy sich regte. Ich holte es heraus, um nachzusehen, wer oder was da etwas von mir wollte. Nun - ich hatte erfolgreich auf ein Paar Biwire-Terminals geboten. Interessant war dabei aber etwas ganz anderes. In dem Moment, wo ich das Handy herausholte, bekam eine ondulierte Mittfünfzigerin mir gegenüber einen durchaus als hysterisch zu bezeichnenden Anfall: Ich solle sofort das Handy weg tun, ich würde sie verstrahlen. Ich konnte mir nicht verkneifen, mein Handy mit einem "Bzzzz!" auf den Lippen noch ein paar Zentimeter in ihre Richtung zu schieben, bevor ich es wieder wegsteckte.

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