15.10.2007

Messe Nachlese

Heute war nun unser Nachmessetreffen. Um es kurz zu machen, zwei neue Autoren, eine Neuauflage wegen erhöhter Nachfrage und sage und schreibe 37 Lesungstermine (dass hat man nun davon, wenn man an seinem Stand die Leute vorlesen lässt).

Und wir haben jede Menge Überstunden. "Jemand im Raum, der nicht mindestens eine Woche zuviel auf dem Konto hat?" fragte der Chef, eher im Scherz als im Ernst, weil bei uns eh schon lange keiner mehr die Stunden zählt. "Gut," redete er weiter, ohne überhaupt eine Antwort abzuwarten, "ehe wir uns dann hier im Verlag erholen, können wir das auch zu Hause tun. Die nächsten zwei Wochen werden die Überstunden abgefeiert!". Wieder hatte er einen Plan gemacht (wann macht der sowas eigentlich?!), aus dem hervorging, dass jeder von uns eine Woche komplett frei hatte, jeweils Montags ist ein Treffen für die Übergabe an den Teil der Manschaft geplant, der die Stellung im Verlag halten sollte. Überstunden am Stück abfeiern, sowas gibt es sonst nur zwischen Weihnachten und Neujahr!
"Herr Christ," rief der Chef am Ende des Treffens zu mir uber den Tisch, "sie würde ich dann gerne noch mal in meinem Büro sprechen!". Alle zuckten zusammen, wenn der Chef per sie um ein Vieraugengespräch bittet, dann bedeutet das meist nichts Gutes.
Mit dementsprechend zitternden Knien lief ich dann in sein Büro, schon ahnend, dass mir die soeben gewährten Ferien wegen eines Sonderauftrags gestrichen würden. "Komm rein, setzt dich, nimm Dir 'nen Keks!" meint er, als ich bei ihm eintrat. Ein paar von den Messekeksen waren noch übrig. "Ist doch alles gut gelaufen!" meinte er, "Sogar unsere Lesecouch hat den Ansturm überlebt. Hier, kleine Anerkennung für Deine Verdienste, nicht nur zur Messe..." Mit diesen Worten schob er mir einen Karton über den Schreibtisch. Das Navi! Als Prämie für mich! Ich war fast ein bisschen gerührt. "Freu Dich nicht zu früh, Du darfst am Wochenende nämlich nach Dresden fahren. Du betreust das Buch über Religion der Technik und der Autor kann nur Samstags und Sonnstags. Du darfst diesmal sogar mit Deinem Bus fahren - und eine kleine Pension haben wir für Dich auch schon gebucht. Gute Reise!" Er klopfte mir auf die Schulter und schob mich zur Tür hinaus.
Draussen fing mich Frau Schley ab: "Kaffee?". "Gerne!" antwortete ich. "Dann kann ich Ihnen auch gleich ihre Termine rauslassen!". Während ich da sass, meinen Kaffee schlürfte und mich auf die freie Woche und auch auf die Dienstreise freute, überlegte ich, warum eigentlich alle im Haus per Du miteinander sind und nur Frau Schley als Sekretärin von allen gesiezt wurde und auch alle siezte. Sie ist nicht jünger oder älter als wir anderen und immerhin so attraktiv, das wir keine extra Messemieze anheuern mussten. Allerdings hat sie diese super-durchorganisierte Ordnung, die zwar jeder andere von uns auch gerne hätte, die wir aber einfach nicht im Blut haben. Vielleicht schafft das die Distanz?

Nachtrag: Der Verlag zahlt bei Dienstreisen pro gefahrenem Kilometer mit dem Privatwagen 0,23 Euro. Das sind hin und zurück plus noch ein bisschen Gegurke in der Stadt 190,- Euro. Davon gehen ca 70,- Euro für den Sprit wieder drauf, bleiben 120,- Euro hängen. Dafür zuckel ich die gut 400km aber mit knapp über 100km/h über die Autobahn. Alternative: Auto mieten für 98,- Euro (1er BMW) und tanken für 80,- Euro. Da hat der Verlag sogar noch was gespart. Und ich hab noch ein bisschen mehr Freude - aber auch 120,- Euro weniger, die mir dann aber auch keine Sorgen bei der Steuererklärung machen. Bier ist Bier, und Schnaps ist Schnaps. Ich glaub, ich ruf meinen Chef nochmal an, und vielleicht telefoniert Frau Schley ja nochmal mit ihrer Bekannten.

Nachtrag II: Mir fällt gerade auf, es gibt doch eine Ausnahme bezüglich der Anrede von Frau Schley. Olaf (unser Computerguru) und Frau Schley duzen sich. Es scheint wirklich etwas mit Ordnung zu tun haben.

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waldi / 19.10.2007, 00:57 / Link

Was ist es denn für ein Navigationsystem? Hab mir auch gerade eins gekauft ... würde nun natürlich gern wissen über welches Navi der technikaffine Ian Christ sich so freut ...

Ian Christ / 21.10.2007, 21:01 / Link

Ein Medion 96310. Dass musste ich natürlich erst einmal pimpen (MP3-Player drauf, anderer Skin, GPS-Tacho...) Mal sehen, ob ich das Gerät wiklich so sehr brauche, wie ich glaube - es kommt wirklich sehr selten vor, dass ich mal eine Strecke fahre, die ich noch nicht kenne. Und wofür hast Du Dich entschieden?

WALDI / 22.10.2007, 00:28 / Link

Also mir hat das NAVIGON 3110 mit TMC am besten gefallen (preis-/leistungsmäßig) - ich bin da eher der Apple-User der nicht groß ruminstallieren ... einschalten und mit klarer optisch ansprechender Oberfläche an's Ziel kommen möchte. Simplify your life! Was mich etwas stört ist, dass Navigon keine MP3-Player einbaut - aber wenn man die Ansage auf akustisch verträgliche Lautstärke hochdreht und nicht gerade der "Laut-Musik-Hörer" im Auto ist kann man das MP3-Radio genießen und kommt trotzdem ans Ziel ... so bin ich sehr zufrieden.
Ich habe den Eindruck, dass die Entwickler technischer Geräte, wie Navigationssystem-Hersteller oder auch Handy-Entwickler, schnell das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren, wenn sie versuchen zu viele technische Details in die Geräte zu integrieren. A la Handy mit Kamera - plötzlich kann man nicht mehr telefonieren ... Navi mit z. B. Bildbetrachter/MP3-Player - hier sehen die grafischen Kartendarstellungen zum ausreißen aus.

tobi / 23.10.2007, 23:48 / Link

... der Navi-Kaufrausch hat auch mich ergriffen - BECKER verbindet optisch ansprechende Routenführung mit MP3-Genuss - habe das BECKER TRAFFIC ASSIST PRO 7916 TMC ... und bin eigentlich ganz zufrieden.

Ian Christ / 24.10.2007, 00:22 / Link

Tja, da sieht man wieder, wie verschieden die Geschmäcker sind. Ich hab' meins ja geschenkt bekommen, und ich finde es ganz praktisch, dass die Farben die sind, die ich auch aus der Papierkarte kenne. Das Becker ist mir eindeutig zu "Rot-in-Grau".

Mix-Geräte - wenn ich ehrlich bin, mich nervt es schon, oft Handy, Kamera, Zaurus und jetzt noch Navi dabeizuhaben, besonders, weil die alle eigentlich vollwertige kleine Computer sind. Aber ich denke, wir werden alle noch den PPC (Personel Pocket Computer) erleben, der alles kann.


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